Partizipationskonzept der GBS Marschweg

1) Unser Bildungsauftrag

Wir haben den Bildungsauftrag, Kinder in ihrer Eigenaktivität zu fördern und demokratische Eigenrechte der Kinder im Alltag zu realisieren. (Vgl. Richter, Knauer, Sturzenhecker, 2011)[1] Ein Bildungsziel ist hierbei, demokratische Partizipation nicht nur erklärend zu vermitteln, sondern den Kindern zu ermöglichen, das Geschehen (den Alltag) in der Einrichtung weitestgehend mitzubestimmen. Kinder haben das Recht auf eine Mitsprache und eine Mitbestimmung. Daher versuchen wir, in unserer Einrichtung statt einer „Politik für Kinder“ eine „Politik von Kindern“ (BJK, 2009:1f.;Sünker, Swiderek, 2003) zu etablieren. Als Qualitätskriterien für unser Partizipationskonzept orientieren wir uns an den drei Standards des Nationalen Aktionsplans (NAP):

  • Eine respektvolle Haltung der Erwachsenen gegenüber den Kindern
  • Die strukturelle Verankerung von Partizipation
  • Methodische Ausbildung für pädagogische Fachkräfte
     

2) Das Kinderparlament (KiPa)

Unser Konzept basiert darauf, dass Politik im Sinne der politisch-demokratischen Bildung (vgl. Negt, 2010) von früher Kindheit an erlernt werden muss. Demokratiebildung ist eine zentrale Aufgabe unserer Einrichtung.

Aus diesem Grund haben wir im Schuljahr 2015/2016 das Kinderparlament gegründet, welches sich aus jeweils zwei Vertreterinnen und Vertretern des Jahrgangs (Jahrgang 1-4) und zwei pädagogischen Fachkräften (KiPa-Beauftragte) des Nachmittags zusammensetzt. Das Kinderparlament wird jedes Schuljahr neu gewählt und tagt mindestens einmal im Monat. Die Vertreter des Kinderparlamentes haben einen eigenen Briefkasten, der zu den Sitzungstagen von KiPa-Mitgliedern geleert wird. Im Eingangsbereich der GBS befindet sich ein Aushang mit Fotos der KiPa-Mitglieder, sodass alle Kinder der Einrichtung wissen, an wen sie sich bei Fragen oder Wünschen wenden können.

Das KiPa befasst sich mit Anliegen der Schüler/innen, Erzieher/innen und Lehrer/innen. Hierbei wird vorher klar definiert, worüber die Kinder mitbestimmen dürfen und worüber sie in bestimmten Grenzen mitentscheiden. Folgende Auflistung zeigt bespielhaft die Möglichkeiten und Grenzen der Partizipation.

Die Kinder dürfen selbst entscheiden:

  • was sie im Alltag der Kindertageseinrichtung wo und wann machen
  • ob sie in der Einrichtung oder zu Hause ihre Hausaufgaben erledigen
  • wie sie sich im Innen-und Außenbereich der Einrichtung kleiden

Die Kinder dürfen in bestimmten Grenzen mitentscheiden:

  • über die Auswahl der Speisen
  • über die Gestaltung des Tagesablaufs
  • über die Regeln des Zusammenlebens in der GBS
  • über die Gestaltung der Innen-und Außenräume
  • über Anschaffungen
  • über die inhaltliche Gestaltung von Projekten und Angeboten

Die Kinder dürfen nicht entscheiden:

  • über die Tischkultur
  • über Personalfragen
  • über den Dienstplan und die Öffnungszeiten
     

Erreicht uns ein Anliegen, lernen die Kinder, welche Instanzen als nächstes zu durchlaufen sind - beispielsweise die GBS-Leitung oder Schulleitung zur Umsetzung des Anliegens befragen. Gleichzeitig lernen die Kinder, welche Möglichkeiten und Grenzen es in der Einrichtung gibt. Mithilfe des Kinderparlaments fördern wir viele Kompetenzen der Kinder:

  • Die Fähigkeit zur Meinungsäußerung
  • Die Fähigkeit, Regeln einhalten zu können
  • Die Fähigkeit, individuelle Ideen einzubringen und gemeinsam umzusetzen
  • Die Fähigkeit, eigene Entscheidungen zu treffen
  • Frustrationstoleranz
  • Konzentrationsfähigkeit
  • Die Fähigkeit zur Nachahmung von demokratischen Prozessen
  • Problemlösungskompetenz
  • Kompromissfähigkeit
  • Selbstwirksamkeit und Gemeinschaftssinn
  • Die Personale-Kompetenz (das Ich-Stärken)

 


[1] Erschienen in np-Sonderheft 2010

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GBS Grundschule Marschweg
Leitung Nicola Pfeil
Marschweg 10
22559 Hamburg
Tel. 040 / 81997260
gbs.marschweg@kitawerk-hhsh.de

Öffnungszeiten:

Mo-Fr: 06:00 - 18:00 Uhr

Träger unserer Einrichtung
www.kitawerk-altona-blankenese.de